Murmillo-Archiv

Freitag, 8. April 2016

OVIDIUS GENERALITER (2)

1.) Die Liebenden in der Elegie sind nicht durch eine Ehe oder sonstigen Kuhhandel aneinander gebunden: "ihre Beziehung beruht allein auf ihrer Liebe".-
2.) Ovid schöpfte die Anregungen zu den HEROIDES aus dem ARETHUSA-BRIEF des PROPERTIUS (IV, 3).-Allerdings entnahm Ovid seine Gestalten einer viel weiter zurückliegenden Vergangenheit (dadurch hatte er mehr Spielraum und konnte dem Leser Einblick in das Liebesleben berühmter Gestalten aus uralter Zeit geben, was seinem Dichten größere Bedeutung verlieh)
3.) In den AMORES berichtet Ovid von eigener und fremder Liebe. In der "Ars amatoria", den "remedia amoris" und den "medicamina faciei" tritt er als Lehrer der Liebe (praeceptor amoris) auf.
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Was verdient man eigentlich so als "praeceptor amoris"?
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4.) Ovid erschuf einen neues Genus: das erotische Lehrgedicht. Es gibt aber auch die Meinung, Ovid habe nichts Neues erfunden. Elegien in der Form des Lehrgedichts gab es schon in der HELLENISTISCHEN ZEIT, man denke nur an den PERIPLUS des ZENOTHEMIS, den man gelesen haben muß! Daß Ovid davon formell beeinflußt war, ist aber unwahrscheinlich (doch, wer weiß!).
5.) Die subjektive Liebeselegie hat einen lehrhaften Zug. Der Dichter erzählt sozusagen aus dem "Nähkästchen" und teilt dem Leser seine ach so reichen Erfahrungen mit, die er angeblich alle gemacht hat. Auch Tricks werden (kostenlos) verraten. Ovid, der Trickreiche!
6.) TIBULLUS, das Schwein, behandelt in seinem DELIABUCH I, 4, 9 f. die Knabenliebe, ja er gibt sogar-horribile dictu- eine Anleitung, eine Gebrauchsanleitung dazu, so to speak. Es gibt die Theorie, Ovid habe sich dadurch inspirieren lassen, den "philogunos eros" (Frauenliebe?-Ich konnte das Wort im Griechischwörterbuch nicht finden) ganz ähnlich, allerding in weit größerem Rahmen darzustellen. Die "Ars" nimmt den ersten Rang unter seinen didaktischen Elegien ein.
(Quelle ?)
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murmillo-team (Abteilung für angewandte Elegien)

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